Sonntag, 23. März 2014


Die Menschen widern mich an, jede einzelne Pore, jede Zelle, jeder Partikel an ihnen stößt mich ab. Unter all ihren Tageslotions und Puderresten von letzter Nacht haben sie sich versteckt, unter ihren Bärten liegt die Hässlichkeit. Ich zerpflücke sie in einzelne Bestandteile, bis ich nicht mehr das große Ganze sehen kann. Ich nehme sie auseinander und beginne sie zu hassen. Wir sind nicht schön, nicht rein, nicht perfekt, nicht makellos und um so näher ich mich betrachte, fange ich an aus meinem Körper entfliehen zu wollen. Dieser Haufen von Atomen, zusammengefügt zu diesem Etwas von Mensch, diesem unförmigen Wesen, das von weitem betrachtet vielleicht schön aussehen mag, doch wenn man genauer hinsieht, kann man erkennen: Wir sind äußerlich genauso kaputt wie wir uns fühlen.

Ich möchte vor mir selber rennen, möchte alle diese angestauten Gefühle loswerden, einfach vergessen und wegwerfen. Unbeholfen bewege ich mich zwischen anderen Gestalten die sich in selber Art verhalten, die niemand verstehen soll. Wir sind Lügner, Verbrecher und Mörder. Wir handeln aus Hass und Eifersucht und Angst, doch was wir wollen sind Liebe, Glück und Freiheit. Wir verstricken uns in Widersprüche, erzählen keinem wer wir sind, ertränken uns in Alkohol und Unwahrheiten. Wir tauchen immer weiter runter bis wir dem Druck nicht mehr standhalten und unser Körper und unsere Seele in Einzelteile zerfällt, winzig kleine Teilchen, die eins werden mit dem Meer  der Dinge um uns herum.

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