Donnerstag, 30. Januar 2014

Verwunschen.

Dunkles Efeu rankt an den Zäunen und dahinter ragt ein massiver Steinturm empor. Um ihn herum ein Schleier aus Wolken. Nichts rührt sich, die Spazierwege, die einst in dem großen Garten angelegt waren, sind überwuchert mit Unkraut, das unter den nackten Rosenstöcken hervorkommt. Das leise Pfeifen des Windes lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Betritt man den Garten, vorbei an dem alten Steintor und den verspielten, in Marmor gehauenen Statuen, fällt einem ein leichter Schimmer auf, der alles belegt, als würden Schwaden aus kleinen Kristallen ihre Bahnen um den Turm ziehen.

Mittwoch, 29. Januar 2014

"Wie kann etwas schlecht für dich sein obwohl du es doch liebst?"
Dieser Satz hallt in meinem Kopf, während ich aus dem Fenster starre und die Dunkelheit an mir vorbeizieht. Donnerstag, 10 nach 2, aber immer noch nicht müde. Ich bin alleine, auf dem Heimweg, höre die selben 20 Lieder die ich seit dem Sommer auf dem Handy habe. Akku: 4%, aber egal, ich bin ja fast da. Kurz vorm Ziel, das heißt: Zähne putzen und ins Bett fallen. Auf den Bildschirm starren, mein Kopf ist leer. "Mann, bist du heute wieder prall." So ein Scheiß. Ihr kennt mich nicht. Alleine, Zuhause, Viertel vor 3. Gute Nacht jetzt, Mann!

Sonntag, 26. Januar 2014

Meine Augen fallen fast zu, während ich dort sitze und die Leute um mich beobachte, wie der Zuschauer eines ereignislosen, leidenschaftslosen, stumpfsinnigen Films mit Überlänge. Denn jede Erwartung hat sich spätestens nach dem Vorspann aufgelöst und kein Happy End wird dich mehr überzeugen. Du lässt dich nicht einwickeln von dem Schleier geheuchelter Liebe, verfällst nicht dem Wahn, zu glauben alles sei vorherbestimmt.

Die Schöne und das Biest: doch ist die Schöne das Biest und das Biest nur ein unschuldiger Passant, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Und nach sieben Jahren ist die Blume schon längst verwelkt und das Porzellan beim letzten Streit zu Bruch gegangen. Jetzt ist ihr Schloss ihr Gefängnis, weil sie Tag für Tag, die gleichen leeren Hallen beschreitet. Das Schicksal auf das er so sehr gehofft hatte wurde ihm zum Verhängnis, und er weint, weil er sie verloren hat, wenn sie ihn anstarrt mit ihren hasserfüllten Augen. Und sie weint, leise, alleine, wenn alle Türen verschlossen sind.


Freitag, 24. Januar 2014

deja vu.

die luft riecht nach altem rauch,
sand in den augen, in den sachen von gestern nacht
stehst du vor mir, hältst nen joint in der hand,
nimmst nen zug, gibst ihn mir, schaust weg,
räusperst dich, drehst dich um,
in den sachen von gestern hängt der qualm.
ein dunst von gleichgültigkeit und leichtsinn,
zeigt uns was die welt bewegt,
was wirklich wichtig ist
haben wir alle schon gesehen,
schon gehört.
tausend male.
immer das gleiche.
ich verstehe es nicht,
ich will raus hier, will atmen,
denn die lage sieht so aus: es ist egal,
kein qualm der welt lässt es dich vergessen.




Mittwoch, 22. Januar 2014

Ich hab so lange getan als wär es mir egal,
habe unnahbar gespielt, war das einzige was ich konnte,
ich habe nie gelernt mit meinen Gefühlen umzugehen,
wollte immer die sein, die als Gewinner rausgeht,
doch habe kläglich versagt, denn es war kein Spiel,
ich kann es nicht einmal hier schreiben,
denn das Wort "Liebe" ist so ambitioniert,
hoch gestochen, weit gegriffen,
denn es ist ja nichts gewesen, immer wieder,
doch was gewesen, doch eigentlich nicht,
wenn man nachdenkt oder jemand fragt,
dann ist da nichts. Realistisch betrachtet.
Es war alles in meinem Kopf, eine Vorstellung
von dir und mir, zusammen, gemeinsam
gegen die Welt, gegen das Ganze, für mich.
Kopfkino: Ich in deinen Armen,
das wird doch nichts, denn ich sehe dich,
ich sage nichts, ich kann es nicht,
denn ich bin zu stolz oder zu dumm,
habe das Jahr verbracht damit zu hoffen,
nicht zu handeln, denn ich bin feige,
ich habe Angst, dass mir irgendjemand
mal mehr bedeuten könnte als ich ihm,
doch jetzt schau's dir an, genau das passiert,
denn du sagst nichts mehr,
auch wenn ich leise Worte stammle,
die keinen Sinn ergeben für dich,
denn du weißt es ja nicht,
dachtest es ja nicht,
bist überrascht,
hattest das sicherlich nicht mehr erwartet
und du weißt nicht was du sagen sollst.
Am besten nichts.
Denn es gibt nichts zu sagen,
ich habe viel verkackt,
zu lange gebraucht um anzukommen,
der Zug ist abgefahren.
Am Bahnsteig lag ich da, nackt, verletzlich,
habe einmal losgelassen,
bin gefallen, tief gestürzt,
doch es ist besser als an der Klippe zu stehen,
dauernd zu taumeln, vor und zurück,
als am Boden zu liegen, mit gebrochenen Rippen,
denn es wird heilen und du musst lernen
zu versuchen einen anderen Berg zu besteigen
oder zu tanzen auf den Wiesen im Tal,
denn in allem liegt Schönheit,
auch wenn die Sonne nicht scheint,
und die Vögel nicht singen,
und der Großstadtdreck deine Sicht verzerrt.

Dienstag, 21. Januar 2014

Ich atme aus, puste den Rauch in die Luft, frage mich was mach ich hier.
Irgendwie ist das 'ne Sackgasse, vielleicht Zeit für n' U-Turn,
doch reicht der Tank nicht für den Weg zurück, zu weit,
ich steck zu tief drin und auch die Räder halten mich nicht,
ich dachte ich wär schon am Boden, doch es geht weiter hinab
und ich drifte vorbei, heb ab, reiß aus,
unten, oben, richtig, falsch,
ich schweb bis zum Horizont, vorbei an den Wolken, den Menschen,
die mich hämisch angrinsen, mich mit traurigen Augen belächeln.

Zu jeder Tages- und Nachtzeit nagen die Zweifel an mir, soll ich umdrehen,
soll ich weitergehen? Ich kann den Weg nicht mehr sehen, zu viel Nebel,
sehe nicht wo ich hin will, niemand weiß weiter,
wieso gibt es für mein Leben kein Navigationssystem?
Ich brauche Orientierung, weiß nicht wo Süden oder wo Norden ist,
dabei will ich doch nur dahin wo es warm ist, wo die Sonne scheint,
zeig mir wohin, zeig mir wo der Nebel sich lichtet.
Ich stehe hier, kann mich selber nicht sehen, werde verschluckt
im Nichts, in Allem, ich kann es nur spüren,
Wind auf meiner Haut, was kommt? Sag mir was kommt,
denn ich stehe hier, zitternd, alleine und kann's mir nicht denken.
Was mach ich hier?


Montag, 20. Januar 2014

Du kommst nicht umhin daran zu zweifeln, obwohl du es hoffst, du ja eigentlich nur willst, dass dir jemand sagt, dass alles gut wird und du dir keine Sorgen machen sollst.
Doch es bleibt eine Unruhe in dir, du willst dass dich jemand da rausholt, doch das kann niemand, das   kannst nur du. Das wirkt nun wieder so überdramatisiert, es ist doch nur reine Disziplin. So etwas wurde mir eingeredet. Da sagen andere Freunde auch: "Liebs oder lass es..." Ich könnte jetzt anfangen mit Dingen wie: "Und wenn du liebst was dich zerstört?" Tu's nicht! Tust du nicht.
Darauf möchte ich aber nicht hinaus, ich will nicht sagen, dass ich noch einer dieser depressiven Teenager bin, einer dieser scheiß Junkies, ich möchte nicht klagen und doch ist irgendetwas in mir drin was unzufrieden ist, vielleicht ist es dieses "Immer mehr!" unserer Zeit, oder eine Mischung verschiedenster Klischees, einem Pochen an der Schläfe, was einen nicht in Frieden lässt, nicht stechend, sondern ein langsamer erdrückender, lähmender Schmerz. Ohne es zu merken liegst du am Boden, gefesselt. Trockener Hals, ausgeraucht, du kannst dich nicht bewegen, obwohl sie dich anstarren mit erwartungsvollen riesigen Augen halten sie die Schnüre runter bis es dich erstickt.

s.o.