Sonntag, 26. Januar 2014

Meine Augen fallen fast zu, während ich dort sitze und die Leute um mich beobachte, wie der Zuschauer eines ereignislosen, leidenschaftslosen, stumpfsinnigen Films mit Überlänge. Denn jede Erwartung hat sich spätestens nach dem Vorspann aufgelöst und kein Happy End wird dich mehr überzeugen. Du lässt dich nicht einwickeln von dem Schleier geheuchelter Liebe, verfällst nicht dem Wahn, zu glauben alles sei vorherbestimmt.

Die Schöne und das Biest: doch ist die Schöne das Biest und das Biest nur ein unschuldiger Passant, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Und nach sieben Jahren ist die Blume schon längst verwelkt und das Porzellan beim letzten Streit zu Bruch gegangen. Jetzt ist ihr Schloss ihr Gefängnis, weil sie Tag für Tag, die gleichen leeren Hallen beschreitet. Das Schicksal auf das er so sehr gehofft hatte wurde ihm zum Verhängnis, und er weint, weil er sie verloren hat, wenn sie ihn anstarrt mit ihren hasserfüllten Augen. Und sie weint, leise, alleine, wenn alle Türen verschlossen sind.


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