Ich hab so lange getan als wär es mir egal,
habe unnahbar gespielt, war das einzige was ich konnte,
ich habe nie gelernt mit meinen Gefühlen umzugehen,
wollte immer die sein, die als Gewinner rausgeht,
doch habe kläglich versagt, denn es war kein Spiel,
ich kann es nicht einmal hier schreiben,
denn das Wort "Liebe" ist so ambitioniert,
hoch gestochen, weit gegriffen,
denn es ist ja nichts gewesen, immer wieder,
doch was gewesen, doch eigentlich nicht,
wenn man nachdenkt oder jemand fragt,
dann ist da nichts. Realistisch betrachtet.
Es war alles in meinem Kopf, eine Vorstellung
von dir und mir, zusammen, gemeinsam
gegen die Welt, gegen das Ganze, für mich.
Kopfkino: Ich in deinen Armen,
das wird doch nichts, denn ich sehe dich,
ich sage nichts, ich kann es nicht,
denn ich bin zu stolz oder zu dumm,
habe das Jahr verbracht damit zu hoffen,
nicht zu handeln, denn ich bin feige,
ich habe Angst, dass mir irgendjemand
mal mehr bedeuten könnte als ich ihm,
doch jetzt schau's dir an, genau das passiert,
denn du sagst nichts mehr,
auch wenn ich leise Worte stammle,
die keinen Sinn ergeben für dich,
denn du weißt es ja nicht,
dachtest es ja nicht,
bist überrascht,
hattest das sicherlich nicht mehr erwartet
und du weißt nicht was du sagen sollst.
Am besten nichts.
Denn es gibt nichts zu sagen,
ich habe viel verkackt,
zu lange gebraucht um anzukommen,
der Zug ist abgefahren.
Am Bahnsteig lag ich da, nackt, verletzlich,
habe einmal losgelassen,
bin gefallen, tief gestürzt,
doch es ist besser als an der Klippe zu stehen,
dauernd zu taumeln, vor und zurück,
als am Boden zu liegen, mit gebrochenen Rippen,
denn es wird heilen und du musst lernen
zu versuchen einen anderen Berg zu besteigen
oder zu tanzen auf den Wiesen im Tal,
denn in allem liegt Schönheit,
auch wenn die Sonne nicht scheint,
und die Vögel nicht singen,
und der Großstadtdreck deine Sicht verzerrt.
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